Eure Fragen – unsere Antworten

 

Hier findet Ihr Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen zu unseren Forderungen und zu unserer Gewerkschaft. Wenn Ihr weitere Fragen habt, schreibt uns gern eine E-Mail oder ruft uns an!

Wir arbeiten daran, die FAQ’s demnächst auch in Englisch anzubieten. 

Wir sind uns nicht einig geworden. Über unsere Forderungen und das Angebot des Deutschen Bühnenvereins werden wir in einem Mitglieder-Meeting Spezial am 20. und 29. April jeweils von 15 bis 17 Uhr berichten. Die Einladung erfolgt an alle Mitglieder per Mail.

Ja! Denn Künstler:innen von privaten Schulen haben auch studiert und somit einen Abschluss erhalten. Ob staatlich oder privat spielt dabei keine Rolle. Auch üben sie die gleichen Tätigkeiten aus wie die Kolleg:innen mit staatlichem Hochschulabschluss. Unsere Argumentation gilt auch für Menschen, die dieselbe Tätigkeit ausüben und gar keinen künstlerischen Abschluss haben, aber künstlerisch tätig sind. Es gibt hier und da Kolleg:innen, die z. B. durch erfolgreiche Arbeit im Jugendclub in Ensembles gerutscht sind. Diese haben auch das Recht, gleichwertig vergütet zu werden.

Bei der Gagenhöhe berücksichtigen wir sowohl die Tätigkeit und Verantwortung der Beschäftigten als auch die Größe des Hauses. Für die Einordnung von Tätigkeiten und Verantwortung schlagen wir zwei Kategorien vor.

Kategorie 1: Tätigkeiten, die in der Regel ein Studium erfordern und mit einer größeren Verantwortung und Belastung verbunden sind.

Kategorie 2: Tätigkeiten, die in der Regel kein Studium voraussetzen.

Bei der Höhe der Gagen haben wir uns an den Entgelten (Bezahlung) des TVöD orientiert. Der TVöD ist der Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst. Danach entsprechen die Berufe, die sich hier in Kategorie 1 finden, der Entgeltgruppe E 9a und die Berufe, die sich in der Kategorie 2 befinden in der Entgeltgruppe E7.

Ja, der Sprung ist sehr hoch. Denn die Mindestgage ist seit Jahren zu niedrig und wurde immer nur minimal erhöht. Die Inflation liegt laut Statistischem Bundesamt im Februar 2022 bei 5,1 %. Diese Erhöhung der Lebenserhaltungskosten findet sich nicht in der Mindestgage wieder. Als Gewerkschaft ist es unsere Aufgabe das zu fordern, was unseren Mitgliedern zusteht und nicht das zu fordern, was einer “gefühlten” Verhältnismäßigkeit entspricht. Wir denken: Die Mindestgage ist viel zu lange schon unverhältnismäßig niedrig, sie muss so schnell wie möglich steigen. Oder: Wenn man beim Marathon lange nur kleine Schritte gemacht hat, muss man im Endspurt viele sehr große Schritte machen, um ans Ziel zu kommen. Im übrigen zahlen die meisten mittleren und große Häuser seit Jahren wesentlich mehr als die Mindestgage. Das Land Hessen hat per Gesetz eine Mindestgage für alle Theater 2.300 € festgelegt. Bremen zahlt sogar 3.000 €.

A-Häuser Kategorie 1

Zunächst stellen wir uns 4 Stufen vor. Für die Kategorie 1 (A-Häuser), also die Arbeitnehmer:innen mit Studium, könnte das Gagensystem zunächst so aussehen:

Stufe 1 Mindestgage = 3.100 €
Stufe 2 nach 3 Jahren = 3.350 €
Stufe 3 nach 6 Jahren = 3.600 €
Stufe 4 nach 9 Jahren = 3.850 €
Hier gibt es eine Übersicht der Entgeltgruppen des öffentlichen Dienst. Und hier geht es zur Entgelttabelle.

Einordnung der Berufe Kategorie 1

Einzeldarsteller:innen, Kabarettist:innen und Puppentheaterspieler:innen, Dirigent:innen, Kapellmeister:innen, Studienleiter:innen, Repetitor:innen, Spielleiter:innen, angestellte Regisseur:innen, Chordirektor:innen, Choreograf:innen, Tanz-/Ballettmeister:innen sowie Trainingsleiter:innen, Dramaturg:innen, Leiter:innen des künstlerischen Betriebsbüros, Disponent:innen, Ausstattungsleiter:innen, Bühnenbildner:innen, Kostümbildner:innen und Lightdesigner:innen, Inspizient:innen, Theaterpädagog:innen, Schauspielmusiker:innen, Souffleure, Theaterfotograf:innen, Presse- und Marketingreferenten sowie Referenten der Öffentlichkeitsarbeit, Grafiker:innen, technische Direktor:innen und technische Leiter:innen, Vorstände der Malsäle, Leiter:innen des Beleuchtungswesens, Leiter:innen der Bühnenplastikerwerkstätten, Leiter:innen des Kostümwesens, Leiter:innen der Ausstattungswerkstätten, Chefmaskenbildner:innen, Tonmeister:innen, Oberinspektor:innen und Inspektor:innen, Beleuchtungsmeister:innen, Gewandmeister:innen, Bühnenmeister:innen, Requisitenmeister:innen.

Für sie wurde 3100 € für A Häuser und 2900 € für B Häuser gefordert.

Einordnung der Berufe Kategorie 2

Referent:innen und Assistent:innen von Intendant:innen sowie des künstlerischen Betriebsbüros, Beleuchter:innen, Maskenbildner:innen, Requisiteur:innen, Veranstaltungstechniker:innen, Tontechniker:innen, Bühnenmaler und -plastiker:innen, Kostümmaler:innen, Referent:innen und Assistent:innen der technischen Direktionen
Es handelt sich um Gagenstufen, die eine Untergrenze beschreiben. Es steht jedem frei eine höhere Gage zu verhandeln.

Hier wurde 2900 € für A Häuser und 2750 € für B Häuser gefordert.

A-Häuser Kategorie 2
Für die Kategorie 2 könnte das Gagensystem so aussehen:

Stufe 1 Mindestgage = 2.900 €
Stufe 2 nach 3 Jahren = 3.150 €
Stufe 3 nach 6 Jahren = 3.400 €
Stufe 4 nach 9 Jahren = 3.650 €

Auch hier handelt es sich um Gagenstufen, die lediglich eine Untergrenze abbilden. Höhere Gagen können verhandelt werden.

B-Häuser Kategorie 1
Auch hier stellen wir uns 4 Stufen vor. Für die Kategorie 1 (B-Häuser), also die Arbeitnehmer mit Studium, könnte das Gagensystem so aussehen:

Stufe 1 Mindestgage = 2.900 €
Stufe 2 nach 3 Jahren = 3.100 €
Stufe 3 nach 6 Jahren = 3.300 €
Stufe 4 nach 9 Jahren = 3.600 €

Es handelt sich um Gagenstufen, die eine Untergrenze beschreiben. Es steht jedem frei eine höhere Gage zu verhandeln.

B-Häuser Kategorie 2
Für die Kategorie 2 könnte das Gagensystem so aussehen:

Stufe 1 Mindestgage = 2.750 €
Stufe 2 nach 3 Jahren = 2.950 €
Stufe 3 nach 6 Jahren = 3.150 €
Stufe 4 nach 9 Jahren = 3.350 €

Auch hier handelt es sich um Gagenstufen, die lediglich eine Untergrenze abbilden. Höhere Gagen können verhandelt werden.

Nein. Denn wenn wir im Tarifvertrag bessere Gagen festlegen, dann werden die meisten Kommunen und Länder sich nach diesen Zahlen richten und ihre Zuschüsse anpassen müssen. 

Bei der Einführung des Mindestlohns im Jahr 2015, damals waren es 8,50 €, dachten auch viele, dass die Gastronomie, die Taxiunternehmen und die Baubranche ruiniert werden. Das war aber nicht der Fall. Wenn sich die Tarife der Beschäftigten des Öffentlichen Dienstes erhöhen, denkt auch niemand, dass die Theater kaputt gehen. Dies ist ein altes Narrativ, dass uns lange daran gehindert hat, das zu fordern, was uns zusteht. Wenn Theater schließen müssen, weil das Personal fair bezahlt wird, dann sind die Träger:innen dafür verantwortlich nicht das Personal. Dahinter steht die Entscheidung, was der Politik Kultur- und Bildungseinrichtungen wert sind.

2.400 DM – 1991/ 1992
2.500 DM – 1994
1.550 € – 2003
1.600 € – 2009
1.650 € – 2013
1.765 € – 2015
1.850 € – 2017
2.000 € – 2018

Teilt unsere Beiträge in den sozialen Netzwerken, verbreitet die Online-Petition und thematisiert unsere Forderungen im Kreis der Freund:innen, Familien und Kolleg:innen. Und werdet unbedingt Mitglied in der GDBA. Je stärker wir als Gewerkschaft sind, umso mehr können wir gemeinsam erreichen. Außerdem bieten wir Rechtsschutz und Rechtsberatung. Wer bereits Mitglied ist, kann uns aktiv in der Mobilisierung unterstützen, denn wir planen demnächst eine Arbeitsgruppe zur Mobilisierung zu gründen.

Die Online-Petition auf Open Petition wurde ins Leben gerufen, um dem Bedürfnis der Theaterschaffenden und der Notwendigkeit nach einer Erhöhung der Mindestgage Ausdruck zu verleihen. Die GDBA plant den NV Bühne zu reformieren, dafür wird die Solidarität aller Kulturschaffenden und Kulturinteressierten benötigt. Jede Stimme unterstützt uns in den Tarifgesprächen.

Der Bundesverband der Freien Darstellende Künste (BFDK) orientiert sich bei der Honoraruntergrenze (HUG) an der Mindestgage des NV Bühne. Das sind aktuell 2.000 €. Die HUG beträgt für Künstler:innen, die in der Künstlersozialkasse (KSK) sind, 2.490 € und für Künstler:innen, die nicht in der KSK sind 2.875 €. Es ist also davon auszugehen, dass sich die HUG erhöhen wird, wenn sich die Mindestgage im NV Bühne verändert. Hier kann man sie nachlesen.

Das ist nur ein Beispiel, um zu verdeutlichen, wo die aktuelle Mindestgage im Vergleich zum öffentlichen Dienst liegt. Wir möchten nicht, dass gelerntes Fachpersonal, das wir vertreten, wie un- und angelerntes Personal bezahlt wird. Qualifikationen, wie abgeschlossene Ausbildungen oder Hochschulabschlüsse sowie Verantwortung müssen sich in der Bezahlung wiederfinden. Hier kann man die Eingruppierung der Entgeltgruppen einsehen. Und hier geht es zur Entgelttabelle für die Kommunen und die Bundesländer.

Bei dieser Aussage haben wir uns auf den Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst berufen (TVöD für Kommunen und TV-L für Länder). Hier kann man die Eingruppierung der Entgeltgruppen einsehen. Und hier  geht es zur Entgelttabelle für die Kommunen und die Bundesländer.

 

Diese Frage beschäftigt uns auch. Denn genau wissen wir das nicht. Wir appellieren deswegen an die Theaterleitungen, das Niveau und die Vielfältigkeit der Mitarbeiter:innen in Bezug auf Geschlecht, Herkunft und Alter auf dem höchsten Niveau der Diversität zu halten. Ältere Kolleg:innen verfügen über wichtiges Wissen und Erfahrung – das ist ein Schatz, auf den eine moderne Personaldecke nicht verzichten kann. Wir fordern aus diesem Grund übrigens keine Gagenstufen bis ins Unendliche. Nach 9 Jahren endet vorerst die letzte Gagenstufe. Das bedeutet nicht, dass die Gage an dem Punkt stagniert. Jede Stufe ist als Mindestgagenstufe gedacht. Man soll also mehr verhandeln können.

Mit Dynamisierung ist gemeint, dass die Mindestgage sich entsprechend der Tariferhöhungen jährlich anpasst. Die Tariferhöhungen berücksichtigen die Steigerung der Lebenshaltungskosten, sie wird bundesweit regelmäßig von der Gewerkschaft ver.di ausgehandelt.

Wir halten eine Differenzierung der Höhe der Gage abhängig von Verantwortung und Ausbildung für gerecht. Wir möchten zudem, dass sich auch kleine Häuser mit weniger Budget eine entsprechende Erhöhung der Mindestgage leisten können. Daher berücksichtigen wir bei unseren Gagenforderungen sowohl die Tätigkeiten (studiert/nicht studiert/ Verantwortung) als auch die Größe der Häuser.

Wir haben nie das Argument vernommen, dass es Ensembles und Theatern schaden würde oder sie verkleinert werden müssen, wenn eine bessere Bezahlung für Orchestermusiker:innen oder Techniker:innen erkämpft wurde. Nur die Bühnenkünstler:innen sollen immer wieder verstehen, dass sie lieber nicht dafür kämpfen sollen, angemessen und anderen Theaterbeschäftigten vergleichbar bezahlt zu werden.

Der BFFS (Bundesverband Schauspiel e.V.) will gerne mit an den Verhandlungstisch. Wir sind mit dem BFFS in engen, konstruktiven Gesprächen darüber. Der Vorstand der GDBA hat sich für eine Zusammenarbeit mit dem BFFS ausgesprochen. Nun werden Gespräche zwischen dem BFFS, der VdO sowie dem DBV folgen.

 

Es haben die Tarifausschüsse der GDBA, der VdO (Vereinigung deutscher Opern- und Tanzensembles e.V. ) und des DBV (Deutschen Bühnenvereins) digital miteinander verhandelt. Zentrales Thema war die seit 2018 stagnierende Mindestgage in Höhe von 2.000 € im NV Bühne. Die Tarifausschüsse der GDBA und der VdO haben jeweils ihre Forderungen bzgl. der Mindestgage vor dem DBV begründet. Das Angebot des DBV lag deutlich unter unseren Forderungen. Es kam nach vier Stunden zu keinem Ergebnis, die Verhandlungen werden am 1. April fortgesetzt. Um die Verhandlungen zu unterstützen unterschreibt bitte die Petition.