Eure Fragen – unsere Antworten

Hier findet Ihr Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen zum aktuellen Tarifvertrag. Wenn Ihr weitere Fragen habt, schreibt uns gern eine E-Mail oder ruft uns an!

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Zusammenfassung fürs Schwarze Brett

Handout_Ergebnisse _Tarifverhandlungen

Wenn wir im Tarifvertrag bessere Gagen festlegen, dann werden die meisten Kommunen und Länder sich nach diesen Zahlen richten und ihre Zuschüsse anpassen müssen. Das Land Berlin z.B. übernimmt alle Tariferhöhungen.  Bei der Einführung des Mindestlohns im Jahr 2015 dachten auch viele, dass die Gastronomie, die Taxiunternehmen und die Baubranche ruiniert werden. Das war aber nicht der Fall. Wenn sich die Tarife der Beschäftigten des Öffentlichen Dienstes erhöhen, denkt auch niemand, dass die Theater kaputt gehen. Dies ist ein altes Narrativ, dass uns lange daran gehindert hat, das zu fordern, was uns zusteht. Wenn Theater schließen müssen, weil das Personal fair bezahlt wird, dann sind die Träger:innen dafür verantwortlich nicht das Personal und nicht die Gewerkschaften. Dahinter steht die Entscheidung, was der Politik Kultur- und Bildungseinrichtungen wert sind. Trotzdem sind wir alle aufgerufen uns an die Rechtsträger zu wenden, wenn diese nicht bereit sind die steigenden Kosten zu übernehmen. Dafür ist die „Aktion 40.000 Theatermitarbeiter*innen treffen ihre Abgeordneten“ perfekt geeignet.

Aktuell verhandeln wir das Thema „Entlastung und Planbarkeit“ – also Arbeitszeiten. Der Deutsche Bühnenverein möchte eine Teilzeitregelung und hat dafür eine weitere Erhöhung der Einstiegsgage in Aussicht gestellt. Um festzulegen, was eine Teilzeitbeschäftigung ist, müssen wir zunächst herausfinden, was eine Vollzeitbeschäftigung ist, welche Arbeitszeitmodelle wir zugrunde legen und für welche Beschäftigte was gilt. Für Menschen, die im Büro arbeiten, kann man unproblematisch die Arbeitszeit erfassen. Für Menschen, die mit Vor- und Nachbereitungen für ihre angewiesene Arbeit befasst sind, eignet sich eine Pauschalierung in Zeitrahmen besser. Außerdem geht es uns um die Themen Ruhezeiten und eine Anpassung der Regelung für freie Tage sowie das Abschaffen der Erreichbarkeitspflicht. Wir möchten außerdem, dass der 1. Mai und der 24. Dezember dienstfrei sind.

Die GDBA hat begonnen, bundesweit Basisverbände zu gründen. Damit haben alle Mitglieder, die bisher an einem Theater ohne Lokalverband engagiert waren oder die als Gäste arbeiten nun einen gemeinsamen (virtuellen) Ort, um sich zu engagieren und auszutauschen. Der Basisverband ist genauso organisiert wie ein Lokalverband; er hat einen Vorstand und sendet Delegierte für den Genossenschaftstag und die Landesverbandsversammlungen aus.

Wir erwarten, dass die länger beschäftigten Mitarbeiter:innen in individuellen Verhandlungen proportional nach oben gestuft werden. Weil wir jetzt eine erste Stufe haben (Mindestgage + Beschäftigungslage von 200,-€) entsteht ein Druck von unten. Zukünftig werden wir weitere Stufen aushandeln. Die neu ausgehandelte Mindestgage ist ein wesentlich besserer Verhandlungsgrundlage als die bisherigen 2.000 €.


Eine Dynamisierung ist eine jährlich Anpassung an die Tariferhöhungen im öffentlichen Dienst. Die Tariferhöhungen berücksichtigen die Steigerung der Lebenshaltungskosten. Wenn ver.di z.b. 4 % Tariferhöhungen fordert und 2,8 % bekommt, dann werden diese 2,8 % in den sogenannten Anpassungstarifverhandlungen auf die NV Bühne-Verträge angepasst. Die Gagen des Opernchors sind bereits dynamisiert. Nun endlich ist es auch die Mindestgage für Solo und BT. Seit 30 Jahren ist dies ein Thema, jetzt haben wir es geschafft. 

 

Der Unterschied zwischen Basisverband und Freischaffenderat ist einfach. Der Basisverband organisiert seine Mitglieder nach lokaler Zugehörigkeit. Im BAS Bayern sind z.B. alle Mitglieder, die in Bayern leben und die keinem Lokalverband angehören. Der Freischaffendenrat hingegen ist ein Expert:innen-Gremium, es organisiert bundesweit sieben Vertreter:innen der Freischaffenden. Vorsitz und Stellvertretung haben einen Sitz im Hauptvorstand und sie verhandeln im Tarifausschuss den NV Bühne mit.

Der Freischaffendenrat ist die Berufsgruppenvertretung für die Freischaffenden in der GDBA. Sie bekommen somit endlich eine Stimme im Hauptvorstand und im Tarifauschuss. Der Freischaffendenrat setzt sich aus den Vertreter:innen der Freischaffenden der Landesverbände zusammen.

Eine Protokollnotiz also Bestandteil der tarifvertraglichen Regeln ist, lassen sich aus ihr auch unmittelbare und gegebenenfalls einklagbare tarifliche Wirkungen herleiten. Deswegen ist Formulierung einer solchen Notiz besonders wichtig.  

Der Deutsche Bühnenverein möchte mit uns als nächstes über eine Teilzeitregelung sprechen. Um Teilzeit zu regeln, muss zunächst klar sein, welche Arbeitszeit „geteilt“ werden kann. Da im NV Bühne bisher keine Arbeitszeit steht, bezieht man sich auf  das Arbeitszeitgesetz, das besagt, dass wir durchschnittlich bis 48 Stunden wöchentlich arbeiten dürfen. 48 Stunden sind natürlich viel zu viel, deswegen wird als Richtwert eine durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit von  44 Stunden zugrunde gelegt. Das finden wir auch noch zuviel, denn andere Arbeitnehmer:innen arbeiten 39 Stunden in der Woche und wir möchten die NV Bühne-Beschäftigten nicht benachteiligen. Aber das ist dann eben Verhandlungssache.

Die 44 Stunden in der Protokollnotiz bedeuten nicht, dass jemand für seine Gage auch wirklich 44 Stunden arbeiten muss.  






Nach dem Teil- und Befristungsgesetz haben Arbeitnehmer:innen Anspruch auf Teilzeit. Im Bereich Solo ist Teilzeit zur Zeit schwer zu regeln, da es an einer Regelung zur Arbeitszeit fehlt und viele Aufgaben, wie Text lernen, nicht erfasst werden. Wie genau eine Regelung vereinbart wird, ist noch offen.

Die GDBA plant vor dem Sommer 2023 einen umfangreichen visuellen Neustart. Es soll ein neues Logo, eine neue Webseite und allerhand Material für die Lokalverbände und ihre Schwarzen Bretter geben.

Vermutlich im Frühjahr 2023; der Ort wird noch bekannt gegeben.

Wir planen ein Mitgliedermeeting für die erste Jahreshälfte 2023. Das erste Mitgliedermeeting fand im Dezember 2021 digital statt. Alle Mitglieder waren eingeladen, sich über die Arbeit des Tarifausschusses und den 4-Jahresplan der Präsidentin zu informieren. Außerdem gab es in verschiedenen Breakout-Rooms diversere Fachvorträge, die zum Austausch eingeladen haben.

Ja, natürlich. Man kann seine Verträge immer nachverhandeln. Besonders durch die Erhöhung im am 01.01.2023 auf 2.715 € können länger Beschäftigte nun dafür sorgen, dass sie einen angemessenen Abstand zur Mindestgage haben.






Ja, das tut sie, denn diese Erhöhung ist eine tarifliche Bindung.