Was verhandelt ihr gerade?

Aktuell verhandeln wir das Thema „Entlastung und Planbarkeit“ – also Arbeitszeiten. Der Deutsche Bühnenverein möchte eine Teilzeitregelung und hat dafür eine weitere Erhöhung der Einstiegsgage in Aussicht gestellt. Um festzulegen, was eine Teilzeitbeschäftigung ist, müssen wir zunächst herausfinden, was eine Vollzeitbeschäftigung ist, welche Arbeitszeitmodelle wir zugrunde legen und für welche Beschäftigte was gilt. Für Menschen, die im Büro arbeiten, kann man unproblematisch die Arbeitszeit erfassen. Für Menschen, die mit Vor- und Nachbereitungen für ihre angewiesene Arbeit befasst sind, eignet sich eine Pauschalierung in Zeitrahmen besser. Außerdem geht es uns um die Themen Ruhezeiten und eine Anpassung der Regelung für freie Tage sowie das Abschaffen der Erreichbarkeitspflicht. Wir möchten außerdem, dass der 1. Mai und der 24. Dezember dienstfrei sind.

Was ist der Unterschied zwischen Basisverband und Freischaffendenrat?

Der Unterschied zwischen Basisverband und Freischaffenderat ist einfach. Der Basisverband organisiert seine Mitglieder nach lokaler Zugehörigkeit. Im BAS Bayern sind z.B. alle Mitglieder, die in Bayern leben und die keinem Lokalverband angehören. Der Freischaffendenrat hingegen ist ein Expert:innen-Gremium, es organisiert bundesweit sieben Vertreter:innen der Freischaffenden. Vorsitz und Stellvertretung haben einen Sitz im Hauptvorstand und sie verhandeln im Tarifausschuss den NV Bühne mit.

Was sind Basisverbände?

Die GDBA hat begonnen, bundesweit Basisverbände zu gründen. Damit haben alle Mitglieder, die bisher an einem Theater ohne Lokalverband engagiert waren oder die als Gäste arbeiten nun einen gemeinsamen (virtuellen) Ort, um sich zu engagieren und auszutauschen. Der Basisverband ist genauso organisiert wie ein Lokalverband; er hat einen Vorstand und sendet Delegierte für den Genossenschaftstag und die Landesverbandsversammlungen aus.

Was ist eine Dynamisierung?

Eine Dynamisierung ist eine jährlich Anpassung an die Tariferhöhungen im öffentlichen Dienst. Die Tariferhöhungen berücksichtigen die Steigerung der Lebenshaltungskosten. Wenn ver.di z.b. 4 % Tariferhöhungen fordert und 2,8 % bekommt, dann werden diese 2,8 % in den sogenannten Anpassungstarifverhandlungen auf die NV Bühne-Verträge angepasst. Die Gagen des Opernchors sind bereits dynamisiert. Nun endlich ist es auch die Mindestgage für Solo und BT. Seit 30 Jahren ist dies ein Thema, jetzt haben wir es geschafft. 

 

Werden die Theater durch die Erhöhung kaputt gehen?

Wenn wir im Tarifvertrag bessere Gagen festlegen, dann werden die meisten Kommunen und Länder sich nach diesen Zahlen richten und ihre Zuschüsse anpassen müssen. Das Land Berlin z.B. übernimmt alle Tariferhöhungen. 

Bei der Einführung des Mindestlohns im Jahr 2015 dachten auch viele, dass die Gastronomie, die Taxiunternehmen und die Baubranche ruiniert werden. Das war aber nicht der Fall. Wenn sich die Tarife der Beschäftigten des Öffentlichen Dienstes erhöhen, denkt auch niemand, dass die Theater kaputt gehen. Dies ist ein altes Narrativ, dass uns lange daran gehindert hat, das zu fordern, was uns zusteht. Wenn Theater schließen müssen, weil das Personal fair bezahlt wird, dann sind die Träger:innen dafür verantwortlich nicht das Personal und nicht die Gewerkschaften. Dahinter steht die Entscheidung, was der Politik Kultur- und Bildungseinrichtungen wert sind.

Trotzdem sind wir alle aufgerufen uns an die Rechtsträger zu wenden, wenn diese nicht bereit sind die steigenden Kosten zu übernehmen. Dafür ist die „Aktion 40.000 Theatermitarbeiter*innen treffen ihre Abgeordneten“ perfekt geeignet.