Was verhandelt ihr gerade?

Aktuell verhandeln wir das Thema „Entlastung und Planbarkeit“ – also Arbeitszeiten. Der Deutsche Bühnenverein möchte eine Teilzeitregelung und hat dafür eine weitere Erhöhung der Einstiegsgage in Aussicht gestellt.

Um festzulegen, was eine Teilzeitbeschäftigung ist, müssen wir zunächst herausfinden, was eine Vollzeitbeschäftigung ist und dafür stehen zwei Arbeitszeitmodelle zur Auswahl: Quantifizierung nach Stunden und nach Zeitrahmen (Das Rahmen-Modell).

Wir überlegen auch, für welche Berufe, welches Modell am besten geeignet ist. Für Menschen, die im Büro arbeiten, kann man unproblematisch die Arbeitszeit nach Stunden erfassen. Für Menschen, die mit Vor- und Nachbereitungen für ihre angewiesene Arbeit befasst sind, die abhängig vom Tagesplan sind, eignet sich eine Pauschalierung mit dem Rahmen-Modell besser.

Außerdem geht es uns um folgende die Themen:

  • Ruhezeiten
  • Freie Tage
  • Abschaffen der Erreichbarkeitspflicht
  • Verbesserte Planbarkeit durch Tages-, Wochen- und Monatspläne

Was bedeutet Teilzeit?

Nach dem Teil- und Befristungsgesetz haben Arbeitnehmer:innen Anspruch auf Teilzeit. Im Bereich Solo ist Teilzeit zur Zeit schwer zu regeln, da es an einer Regelung zur Arbeitszeit fehlt und viele Aufgaben, wie Text lernen, nicht erfasst werden. Wie genau eine Regelung vereinbart wird, ist noch offen.

Wie geht es jetzt weiter?

Wir haben zwei Think Tanks zur Neuausrichtung der Tarifarbeit aufgesetzt, die redaktionell aufbereitet werden müssen. Wir werden dann einen kompletten Forderungskatalog zu allen Themen veröffentlichen. Als nächstes Thema wird das Thema Arbeitszeit verhandelt. Das Thema ist komplex und muss von allen Seiten beleuchtet werden. 



Was hat es mit der Protokollnotiz von 44 Stunden auf sich?

Eine Protokollnotiz also Bestandteil der tarifvertraglichen Regeln ist, lassen sich aus ihr auch unmittelbare und gegebenenfalls einklagbare tarifliche Wirkungen herleiten. Deswegen ist Formulierung einer solchen Notiz besonders wichtig.  

Der Deutsche Bühnenverein möchte mit uns als nächstes über eine Teilzeitregelung sprechen. Um Teilzeit zu regeln, muss zunächst klar sein, welche Arbeitszeit „geteilt“ werden kann. Da im NV Bühne bisher keine Arbeitszeit steht, bezieht man sich auf  das Arbeitszeitgesetz, das besagt, dass wir durchschnittlich bis 48 Stunden wöchentlich arbeiten dürfen. 48 Stunden sind natürlich viel zu viel, deswegen wird als Richtwert eine durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit von  44 Stunden zugrunde gelegt. Das finden wir auch noch zuviel, denn andere Arbeitnehmer:innen arbeiten 39 Stunden in der Woche und wir möchten die NV Bühne-Beschäftigten nicht benachteiligen. Aber das ist dann eben Verhandlungssache.

Die 44 Stunden in der Protokollnotiz bedeuten nicht, dass jemand für seine Gage auch wirklich 44 Stunden arbeiten muss.